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Organismenbergung Aschach Karling

Aktuell wird vom Gewässerbezirk Grieskirchen in der Aschach in Karling eine Rampe organismengängig umgebaut. Die Steinrampe wird abgesenkt und der verbleibende Höhenunterschied durch den Einbau von fünf asymmetrischen Steinriegeln abgebaut.
Wir haben im Auftrag des Gewässerbezirks Grieskirchen im Baufeld die Bergung der Fisch- und Muschelfauna durchgeführt. Die Ergebnisse der Bergungen sind quantitativ erstaunlich, zudem konnten auch sehr seltene Arten dokumentiert werden.
Im Baufeld wurden auf einer Länge von rund 80 m ca. 14.000 Großmuscheln aus fünf Arten geborgen. Neben der häufigsten Kleinen Flussmuschel (Unio crassus) waren auch die Malermuschel (Unio pictorum), die Große Teichmuschel (Anodonta cygnea) und die Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina) vorhanden. Zudem konnten einige Exemplare der in Oberösterreich äußerst seltenen Abgeplatteten Teichmuschel (Pseudanodonta complanata) dokumentiert werden.
Aufgrund der Absenkung des Rückstaubereiches der Rampe war auch eine Bergung der Großmuscheln im Uferbereich der Aschach bis zur Bundesstraßenbrücke bei Pfaffing notwendig. Hier wurden auf rund 1 km Lauflänge an beiden Ufern nochmal ca. 45.000 Muscheln geborgen. Insgesamt konnten so rund 60.000 Großmuscheln in diesem Abschnitt der Aschach unbeschadet wieder in das Gewässer zurückgesetzt werden. Dies ist ein weiterer eindrucksvoller Hinweis auf den wohl bedeutendsten Muschelbestand in Oberösterreich.
Die Bergung der Fische im Baufeld erfolge mittels Elektrobefischung. Insgesamt war eine enorme Anzahl an Klein- und Jungfischen vorhanden. Bitterlinge (Rhodeus amarus) machten mehr als die Hälfte des Gesamtfangs aus. Nasen (Chondrostoma nasus) konnten in allen Altersstadien dokumentiert werden. Auch Rußnase (Vimba vimba) und Schied (Aspius aspius) waren vertreten. Unter den seltenen Kleinfischarten ist vor allem der Fund des Goldsteinbeissers (Sabanejewia balcanica) hervorzuheben. Das größte gefangene Exemplar war ein Wels (Silurus glanis) mit einer Länge von rund 1,7 m. Insgesamt konnten mehr als 8.000 Individuen aus 22 Arten geborgen werden.